Warum Korrosionsschutz? – Schäden vermeiden, Kosten senken

Laut internationalen Studien – u. a. der World Corrosion Organization (WCO) und NACE International – verursacht Korrosion weltweit jährliche Kosten von mehr als 2,5 Billionen US-Dollar. Diese entsprechen etwa 3 bis 4 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. Für Deutschland schätzt man die jährlichen Verluste durch Korrosionsschäden somit auf durchschnittlich 110–140 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme wirtschaftliche Bedeutung von Korrosionsschutz und die Notwendigkeit innovativer Lösungen in diesem Bereich.
Gute Korrosionsschutzkonzepte sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und für den Einsatz bei Transport und Lagerung von blanken Metallteilen unabdingbar.
„Wir haben Excor als sehr kompetenten Partner kennen und schätzen gelernt. Basierend auf einer werksweiten Prozessbegehung und deren Analyse wurden Schwachstellen identifiziert, die richtigen Maßnahmen definiert und die Korrosionskosten um >95% reduziert.“
Peter Müller – Korrosionsschutzbeauftragter
Robert Bosch AG Hallein

Was ist Korrosion?
Unter Korrosion (von lat. corrodere = „zersetzen“) versteht man die Reaktion eines Materials mit seiner Umgebung, durch die es allmählich geschädigt wird. Was der Verbraucher bei metallischen Oberflächen als „Rost“ kennt, ist nur eine Form davon.
Typische Ursachen für Korrosion
Sauerstoff, Feuchtigkeit, aggressive Gase oder Rückstände auf der Oberfläche führen zu chemischen oder elektrochemischen Reaktionen, die das Metall angreifen und zu Materialabbau führen.
Dazu zählen beispielsweise Staub, Fette oder Salze, die die Schutzschicht angreifen und langfristig zu strukturellen Schäden führen.
Wann spricht man von einem Korrosionsschaden?
Ein Korrosionsschaden liegt vor, wenn die Korrosion die Funktionalität, Sicherheit oder Lebensdauer eines Bauteils oder Systems beeinträchtigt. Korrosion ist dabei immer ein Warnsignal, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig sofort einen funktionellen Schaden. So sind beispielsweise Eisenbahnschienen häufig angerostet, erfüllen aber weiterhin ihre Funktion.
Erste Anzeichen für Korrosion wie Verfärbungen, Oberflächenveränderungen oder eine reduzierte Belastbarkeit sollten dennoch ernst genommen werden. Entscheidend ist, frühzeitig gegenzusteuern.

Beispiele für Korrosionsarten von Metall
Flächenkorrosion
Wenn sich Korrosion gleichmäßig auf großen Teilen der Metalloberfläche ausbreitet, spricht man von Flächenkorrosion. Sie führt zu einem allmählichen Materialabtrag, lässt sich aber meist früh erkennen und kontrollieren.
Lochfraßkorrosion
Lochfraß beginnt punktuell an einzelnen Stellen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter ausdehnen. Durch die punktuelle Zerstörung der schützenden Passivschicht entstehen tiefe Löcher im Material. Oft wird Lochfraß durch Chloride in salzhaltiger Umgebung ausgelöst.
Spaltkorrosion
Besonders in engen Zwischenräumen wie überlappenden Kanten oder Schweißnähten tritt Spaltkorrosion auf. Sie entsteht durch Reaktionen, die auf Konzentrationsunterschieden, insbesondere im Sauerstoffgehalt, zwischen dem Medium im Spalt und außerhalb beruhen.
Bimetallkorrosion
Die Bimetallkorrosion (auch Kontakt- oder Galvanische Korrosion) entsteht durch elektrochemische Reaktion zwischen unterschiedlichen Metallen. Dabei wirkt das unedlere Metall als Anode und korrodiert, während das edlere Metall (Kathode) geschützt bleibt.

Aktiver und passiver Korrosionsschutz
Korrosionsschutz lässt sich in aktive und passive Maßnahmen unterteilen.
Aktiver Korrosionsschutz funktioniert mittels elektrochemischer Reaktion – z. B. durch Opferanoden, die sich anstelle des Grundmetalls auflösen – oder durch Dampfphasen-Korrosionsschutz. Dabei kommen VCI- und ICB-Wirkstoffe (Volatile Corrosion Inhibitors / Intelligent Corrosion Blockers) zum Einsatz, die korrosionshemmende Moleküle freisetzen und so einen unsichtbaren Schutzfilm auf der Metalloberfläche bilden.
Der passive Korrosionsschutz wirkt hingegen als physische Barriere zwischen Metall und Umgebung. Beschichtungen oder Überzüge wie Lacke, Emaille, Kunststoffe oder spezielle Korrosionsschutzöle verhindern zuverlässig, dass Feuchtigkeit, Sauerstoff oder andere Umwelteinflüsse das Metall erreichen. Trockenmittel können ebenfalls die relative Luftfeuchtigkeit in einer dichten Verpackung senken und Korrosionsschäden verhindern.
Voraussetzungen für wirksamen Korrosionsschutz
Ein wirksamer Korrosionsschutz beginnt mit der Sauberkeit der Oberfläche. Nur auf sauberen Oberflächen können Beschichtungen, Inhibitoren oder Verpackungssysteme ihre volle Wirkung entfalten. Setzen Sie auf spezielle Industrie-Reiniger, die Rückstände zuverlässig entfernen und speziell auf die Zusammensetzung Ihrer Bauteile ausgelegt sind. So schaffen Sie die Grundlage für einen langfristigen Schutz.
Korrosionsschutzverpackung
Bei Transport und Lagerung metallischer Güter spielt die Verpackung beim Korrosionsschutz eine entscheidende Rolle. Man unterscheidet drei verschiedene temporäre Korrosionsschutzverfahren: die VCI/ICB-, die Trockenmittel- und die Überzugsmethode. Diese Methoden unterscheiden sich u. a. im Aufwand. VCI- oder ICB-Verpackungen mit ausdampfenden Korrosionshemmern stellen dabei oft die sauberste und wirtschaftlichste Lösung dar.
Aber nicht nur die Umgebungseinflüsse, sondern auch die Metallarten sind entscheidend für die Wahl eines effektiven Korrosionsschutzes. EXCOR bietet für verschiedene Metalle oder Metalllegierungen spezifische Korrosionsschutzlösungen.

„Mit ICB wissen wir, dass wir unseren Kunden eine erstklassige Lösung bieten, die einen optimalen Korrosionsschutz für ihre Produkte garantiert. Die Anwenderfreundlichkeit von ICB und die überlegene Leistung im Vergleich zu VCI haben uns nachhaltig überzeugt“.
Martin Wildner – Head of Logistics
MHS GmbH | Lager Waldmünchen, Burglengenfeld
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